Sachversicherung ausschreiben: Wo die Analyse am meisten findet
Die Geschäfts- oder Sachversicherung ist in den meisten KMU-Portfolios der grösste Einzelposten – und die Sparte mit den teuersten stillen Fehlern: Summen, die seit Jahren niemand nachgeführt hat, Bruttogewinn-Werte aus alten Abschlüssen, Gefahrenlücken im Betriebsunterbruch. Dieser Beitrag zeigt anhand unserer realen Mandatsofferten, was Analyse, Submission und Vergleich hier kosten – und warum genau diese Sparte den Aufwand am deutlichsten zurückzahlt.
Was bei der Sachversicherung auf dem Spiel steht
Die Sachpolice deckt Einrichtungen, Waren und den Ertragsausfall – und sie funktioniert nur, wenn ihre Grunddaten stimmen. Genau dort liegt das Problem gewachsener Verträge: Der Betrieb investiert und wächst, die Police bleibt stehen. Die Folgen haben wir in eigenen Beiträgen vertieft: die proportionale Kürzung bei Unterversicherung, die auch Teilschäden trifft, und der Betriebsunterbruch, dessen Bruttogewinn-Basis jährlich nachgeführt gehören.
Aus einer unserer Bedarfsanalysen: Versicherungssumme der Einrichtungen um die Hälfte zu tief, Waren um einen Drittel, Bruttogewinn aus einem acht Jahre alten Geschäftsjahr, kein Unterversicherungsverzicht – bei einem Betrieb, der seit fünf Jahren schadenfrei war und dessen Prämie sich deshalb erst noch neu verhandeln liess. Kein Einzelfall, sondern das typische Bild.
So läuft die Ausschreibung ab – mit realen Aufwandzahlen
Der Schwerpunkt liegt hier bewusst auf der Analyse: Inventarpositionen und Bewertungsformen (Vollwert/Erstes Risiko), Versicherungssummen gegen die effektiven Neuwerte, das Gefahrenraster (Feuer, Wasser, Einbruchdiebstahl, Extended Coverage), der Betriebsunterbruch mit Haftzeit und Bruttogewinn, dazu Klauseln wie Unterversicherungsverzicht, Freizügigkeit zwischen Standorten und Vorsorgeversicherung. Erst auf dieser Basis lohnt sich die Submission – wer mit falschen Summen ausschreibt, vergleicht Makulatur.
Wer bezahlt das? Die Courtage-Rechnung
Die Sachversicherung trägt eine branchenübliche Courtage von rund 15 Prozent der Jahresprämie – bei Prämien zwischen CHF 6'000 und 50'000, wie sie in unseren Mandaten vorkommen, also CHF 900 bis 7'500 jährlich. Diese Courtage fliesst so oder so; die Frage ist nur, ob Sie eine Gegenleistung dafür erhalten. In unserem Verrechnungsmodell wird sie offengelegt, mit dem ausgewiesenen Aufwand verrechnet – und der Überschuss Ihnen jährlich zurückerstattet.
Die Rückvergütung setzt ein genügendes Prämienvolumen voraus – als Richtwert ab rund zehn Mitarbeitenden, je nach Branche. Kleinere Betriebe betreuen wir im klassischen Maklermandat: Auch dort trägt die Courtage Analyse, Submission und Betreuung, eine Rückvergütung ist aber nicht möglich. Alternativ führen wir Analyse und Ausschreibung als einzelnen Beratungsauftrag auf Stundenbasis durch – ganz ohne Mandat. Welche Form wann passt, zeigt die Übersicht Zusammenarbeit.
Typische Resultate einer Sach-Ausschreibung
- Korrigierte Summen: Einrichtungen, Waren und Bruttogewinn auf aktuellem Stand – die wichtigste Versicherungsleistung, die es gibt, denn sie sichert die volle Entschädigung.
- Geschlossene Gefahrenlücken: Betriebsunterbruch auch nach Wasser oder Einbruchdiebstahl, Mehrkostendeckung, Selbstbehalt-Varianten zur Prämienoptimierung (vgl. Selbstbehalt-Strategie).
- Schutzklauseln: Unterversicherungsverzicht und Vorsorgeversicherung, wo erhältlich.
- Verhandelte Prämie: Schadenfreie Jahre und bereinigte Summen sind die beste Verhandlungsbasis – ob beim neuen oder beim bisherigen Versicherer.
Wann sich die Ausschreibung besonders lohnt
- Nach Investitionen, Lagerausbau oder Standortveränderungen
- Wenn der Bruttogewinn der Unterbruchdeckung älter als zwei Geschäftsjahre ist
- Nach genereller Prämienerhöhung des bisherigen Versicherers
- Wenn die Police keinen Unterversicherungsverzicht enthält
- Vor anstehenden Vertragsabläufen – Kombipolicen mit Gebäude gemeinsam prüfen (vgl. Gebäudeversicherung ausschreiben)
Fazit
Nirgendwo im Portfolio steht so viel Entschädigung auf dem Spiel wie in der Sachversicherung – und nirgendwo findet die Analyse so zuverlässig substanzielle Befunde. Der Aufwand von 9–20 Stunden ist in jeder Mandatsofferte transparent ausgewiesen und wird von der Courtage getragen, die heute bereits fliesst. Den Einstieg beschreibt die Seite Firmenkunden; wie die Analyse im Detail aussieht, der Beitrag zur Bedarfsanalyse.