Pensionskasse ausschreiben: der grösste Hebel im Portfolio
Die berufliche Vorsorge bewegt die grössten Beträge aller Versicherungszweige – Risikoprämien, Verwaltungskosten und vor allem die Verzinsung der Altersguthaben über Jahrzehnte. Trotzdem läuft der Anschlussvertrag in vielen KMU seit über zehn Jahren unverändert. Dieser Beitrag zeigt anhand unserer realen Mandatsofferten, was die Ausschreibung kostet, wie sie über die Courtage finanziert wird – und warum sich der Vergleich selbst dann lohnt, wenn am Ende kein Wechsel steht.
Was bei der Pensionskasse auf dem Spiel steht
Drei Stellgrössen entscheiden über den Wert einer Pensionskassenlösung – und alle drei streuen am Markt erheblich: die Risikoprämien für Tod und Invalidität (für identische Leistungen teils Unterschiede von mehr als der Hälfte, wie unsere Offertvergleiche zeigen), die Verwaltungskosten pro versicherte Person und die Verzinsung der Altersguthaben, die über ein Berufsleben zehntausende Franken pro Mitarbeitenden ausmacht. Dazu kommt der Vorsorgeplan selbst – Koordinationsabzug, Lohndefinition, Kaderlösungen –, dessen Konstruktion oft mehr bewirkt als jeder Anbieterwechsel.
Wie wir eine bestehende Lösung Ebene für Ebene durchleuchten, zeigt der ausführliche Beitrag zur Pensionskassenanalyse. Aus einem unserer Mandate stammt der Befund, der den Handlungsbedarf am besten illustriert: keine Ausschreibung seit über 17 Jahren – bei einem Prämienvolumen von knapp CHF 200'000 pro Jahr.
So läuft die Ausschreibung ab – mit realen Aufwandzahlen
Der Vergleich geht dabei bewusst über die Prämie hinaus: Verzinsungshistorie, Umwandlungssätze, Deckungsgrad und Sanierungsrisiko, Servicequalität – die Kriterien, die wir auf der Seite Berufliche Vorsorge beschreiben. Und der Fahrplan zählt: Anschlussverträge sind meist per Ende Jahr mit sechsmonatiger Frist kündbar; die Ausschreibung gehört deshalb ins Frühjahr (Details im Beitrag BVG-Pflichten für KMU).
Wer bezahlt das? Die Courtage-Rechnung
Bei der Pensionskasse wird die Courtage – anders als bei Sachversicherungen – üblicherweise auf den Risiko- und Kostenbeiträgen berechnet, mit Sätzen von rund 6 bis 8.5 Prozent; die Sparguthaben der Mitarbeitenden bleiben unangetastet. Bei einem KMU mit CHF 20'000 Risikobeiträgen sind das gut CHF 1'200 jährlich. Zwei Besonderheiten legen wir vor jeder Ausschreibung offen: Nicht alle Vorsorgeeinrichtungen richten Courtagen aus – und wo keine fliesst, weisen wir den Aufwand als Honorar transparent aus, statt die Empfehlung an der Courtage auszurichten. Genau diese Unabhängigkeit ist der Kern unseres Verrechnungsmodells: Offenlegung, Verrechnung mit dem effektiven Aufwand, Rückvergütung des Überschusses.
Die Rückvergütung setzt ein genügendes Prämienvolumen voraus – als Richtwert ab rund zehn Mitarbeitenden, je nach Branche. Kleinere Betriebe betreuen wir im klassischen Maklermandat: Auch dort trägt die Courtage Analyse, Submission und Betreuung, eine Rückvergütung ist aber nicht möglich. Alternativ führen wir die Pensionskassen-Ausschreibung als einzelnen Beratungsauftrag auf Stundenbasis durch – ganz ohne Mandat. Welche Form wann passt, zeigt die Übersicht Zusammenarbeit.
Typische Resultate einer PK-Ausschreibung
- Tiefere Risiko- und Verwaltungskosten bei gleichem Leistungsniveau – der häufigste direkt messbare Effekt.
- Besserer Vorsorgeplan: Anpassung von Koordinationsabzug und Lohndefinition (Teilzeit!), einheitliche Sparbeiträge, Kaderlösungen.
- Dokumentierte Standortbestimmung: Auch «bestehende Lösung behalten» ist ein Resultat – dann aber begründet, mit Marktzahlen belegt und gegenüber dem Personal vertretbar.
- Verhandlungsposition: Bestehende Anbieter bewegen sich erfahrungsgemäss, wenn ein dokumentierter Marktvergleich auf dem Tisch liegt.
Wann sich die Ausschreibung besonders lohnt
- Der Anschlussvertrag wurde seit mehr als fünf Jahren nie ausgeschrieben
- Vollversicherungslösung mit tiefer langjähriger Verzinsung (vgl. Pensionskassenanalyse)
- Wachstum, veränderte Lohnstruktur oder neue Kaderfunktionen
- Unklarheit, ob und wie der heutige Vermittler an der Lösung verdient
Fazit
Kein Versicherungszweig rechtfertigt den Ausschreibungsaufwand so klar wie die Pensionskasse: ab rund zehn Stunden Arbeit für einen Vergleich, der Risikoprämien, Verwaltungskosten und Verzinsung über Jahre prägt – getragen von einer Courtage, die heute schon fliesst. Den Fahrplan starten wir idealerweise im Frühjahr: Kontakt aufnehmen.